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Tagesausflug nach Frankfurt am Main am 9. Mai 2019

Zwanzig, vorsorglich mit Regenschirmen ausgerüstete Teilnehmer, trafen sich morgens am Darmstädter Hauptbahnhof, um mit der S-Bahn nach Frankfurt zum Osthafen zu fahren. Dort erwartete uns eine Architekturführung rund um das weithin sichtbare neue Hochhaus der Europäischen Zentralbank (EZB) mit seinem dominanten Doppelturm. Von unserem sachkundigen Führer Kai Thiele erfuhren wir zu Anfang viel über den Werdegang eines so großen Bauobjekts. Eine der Hauptaufgaben bestand darin, die ehemaligen Großmarkthallen sinnvoll in das Projekt mit einzubinden. Die von uns bestaunten Türme mit einem nach oben hin auseinander driftenden  Schwung, die der Außenfassade ein lebendiges statt statisches Gesicht geben sollte, stellte die Konstrukteure vor eine  besondere Herausforderung. Themen waren außerdem die Energieeffizienz, der Denkmalschutz, die Kosten, die Parkgestaltung, die Gedenkstätte u.v.m. Das alles wurde uns bei einer Außenführung nahe gebracht. Leider ist eine Innenbesichtigung aus Sicherheitsgründen z.Zt. nicht möglich.

Um 12 Uhr war dann die notwendig gewordene Stärkung angesagt, die zügig und zu aller Zufriedenheit im sehr zuvorkommenden Restaurant Oosten stattfand.

Ein Verdauungsspaziergang entlang des Mains von der EZB zum Dom sollte wieder Kräfte freisetzen für eine zweite Führung. Diese war um 14.30 Uhr angesetzt und galt der „Neuen Frankfurter Altstadt“. Der Stolze Brunnen am Hühnermarkt war Treffpunkt mit unserer Führerin, der Kunsthistorikerin Silke Wustmann, die wir bereits von einer früheren Führung her kannten. Auch diesmal begeisterte sie uns wieder mit einem ausgesprochen kurzweiligen Gang durch das „Neue Herz der Stadt“ mit ihrer Sachkenntnis, kleinen Geschichten und launigen Bonmots. Wir erfuhren, dass auf dem alten Gelände des Technischen Rathauses 30 Häuser neu aufgebaut wurden, davon 15 originalgetreue Rekonstruktionen. Ein besonderes Augenmerk galt den sog. Spolien, Originalteile aus der früheren Altstadt, die den Weg aus Archiven und von Privatpersonen zurück fanden und eingebaut wurden. Gelobt wurde die handwerkliche Qualität am Bau und der Einsatz erstklassiger Materialien. Besondere Hingucker waren z.B. das Haus der „Goldenen Waage“ im Stil der Renaissance, eine spätgotische Madonna am Haus des „Goldenen Lämmchen“, dann ein Haus „Am Rebstock“, ein Barockbau, der früher als Messehof diente u.v.m.

Als Abschluss war eine kurze Einkehr bei einem Italiener vorgesehen, der uns mit Kaffee und leckeren Kuchen verwöhnte, bevor es dann abends mit der S-Bahn wieder heimwärts ging. Alle waren sich einig, dass es trotz des Regens ein gelungener Ausflug war.